Berlin. Wie können Kirche und Diakonie ihre gemeinsame Präsenz in den Regionen stärken und für die Menschen vor Ort noch sichtbarer werden? Dieser Frage widmeten sich am 10. September Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Diakonie bei einer gemeinsamen Klausurtagung der Regional Diakonischen Werke gemeinsam mit den Superintendent:innen der Kirchenkreise im DWBO (Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) in Berlin Steglitz. Mit dabei waren für unseren Kirchenkreis unser Superintendent Frank Schürer-Behrmann und Frau Alexa Ziegeler, Geschäftsführende Vorständin des Diakonischen Werk Oderland-Spree e.V.
Die gesellschaftlichen Anforderungen wachsen, gleichzeitig werden die verfügbaren Ressourcen knapper. Umso wichtiger ist es, Kräfte zu bündeln und die gemeinsame evangelische Verantwortung für die Menschen in den Regionen sichtbar zu machen. Kirche und Diakonie gehören historisch und in ihrem Auftrag eng zusammen.
Genau hier setzte die Klausurtagung an. Nach einer gemeinsamen Andacht gaben Impulse aus Kirche und Diakonie Denkanstöße für den weiteren Austausch. Besonders anschaulich wurde es bei den vorgestellten Praxisbeispielen aus Berlin und Brandenburg. Sie zeigten, wie Zusammenarbeit konkret aussehen kann und welche Möglichkeiten entstehen, wenn kirchliche und diakonische Akteure ihre jeweiligen Stärken miteinander verbinden.
Dabei wurde zugleich deutlich: Manches, was als gute Idee vorgestellt wurde, gibt es im Kirchenkreis längst. An vielen Orten bestehen bereits enge Verbindungen zwischen Kirchengemeinden und den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Diakonie, nicht nur mit dem Diakonischen Werk Oderland-Spree e.V. sondern auch mit vielen weiteren Diakonie-Einrichtungen im Kirchenkreis. Wenn Gemeinden, Chöre und Pfarrer:innen in den Einrichtungen Besuche machen, gemeinsam Feste gefeiert werden oder auf kurzem Wege in der Hilfe für Gemeindeglieder und andere Einzelpersonen zusammengewirkt wird – zahlreiche kleine und große Beispiele aus der Arbeit mit Jugendlichen, Senior:innen, Menschen mit Behinderungen, Geflüchteten oder Nachbarn im Dorf oder Stadtteil zeigen, dass Kirche und Diakonie schon heute gemeinsam etwas bewegen.
In gemischten Arbeitsgruppen wurde am Nachmittag intensiv diskutiert und Ideen, sowie aktuelle Herausforderungen miteinander geteilt. Die Stimmung des Tages war geprägt von Aufbruch, Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung. Gleichzeitig blieb der Blick realistisch: Kirche und Diakonie haben unterschiedliche Strukturen, Aufgaben und Herausforderungen. Gute Zusammenarbeit bedeutet deshalb nicht, alles gemeinsam zu machen, sondern die richtigen Themen miteinander anzugehen.
Für Superintendent Frank Schürer-Behrmann und Alexa Ziegeler ist deshalb klar: Die gemeinsame Geschichte von Kirche und Diakonie soll auch künftig stärker nach außen sichtbar werden. „Wir haben im Kirchenkreis bereits viele gute Beispiele. Darauf können wir aufbauen. Die Klausur war für uns deshalb weniger ein Start bei null als vielmehr ein gemeinsamer Blick darauf, was schon gelingt – und eine Ermutigung, daraus noch mehr entstehen zu lassen.“ So zogen beide eine gemeinsame Bilanz des Tages.