Storkow. Nach Monaten der Unsicherheit für Mitarbeitende, Pflegebedürftige und deren Angehörige gibt es für den ambulanten Pflegedienst „Station der Diakonie Storkow e.V.“ und für die Tagespflegen „Aufeinander zugehen“ in Storkow sowie „Hand in Hand“ in Prieros“ eine positive Wendung: Das Unternehmen wird vom Diakonischen Werk Oderland-Spree übernommen und in die bestehende Pflegekette integriert. Ein Unternehmen mit 35-jähriger Erfahrung in der ambulanten Pflege. Damit können die Pflegeleistungen fortgeführt und zahlreiche Arbeitsplätze erhalten werden.
Die Station der Diakonie Storkow e.V. hatte im November 2025 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen. Als Gründe wurden steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel sowie die zunehmende wirtschaftliche Belastung durch hohe Energie- und Personalkosten genannt. Als vorläufiger und späterer Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt André Müller aus der Wirtschaftskanzlei INSARES aus Frankfurt (Oder) bestellt. Während des Insolvenzverfahrens wurde der Betrieb unter Aufsicht des Insolvenzverwalters Müller weitergeführt und stabilisiert, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen (insbesondere in der damals bevorstehenden Weihnachtszeit und dem Jahresübergang) und erste Restrukturierung- und Sanierungsmaßnahmen wurden begonnen.
Mit der nun erfolgten Übernahme durch den erfahrenen diakonischen Träger ist eine nachhaltige Lösung gefunden worden. Das Diakonische Werk Oderland-Spree übernimmt wesentlichen Teile des Unternehmens und setzt auf Kontinuität sowie die bewährten christlichen Werte. Nach Angaben des Fachanwaltes für Insolvenz- und Sanierungsrecht André Müller sollen die bestehenden Versorgungsverträge übergehen, sodass die betreuten Personen weiterhin die gewohnten Pflegeleistungen erhalten können. Auch ein Großteil der Beschäftigten wird übernommen.
„Unser Ziel war es von Beginn an, eine Lösung zu finden, die sowohl die Versorgung der Pflegebedürftigen als auch die Arbeitsplätze sichert“, erklärte der Insolvenzverwalter. Die erfolgreiche Übernahme sei ein wichtiges Signal für die Region und für die Menschen, die auf die Leistungen des Pflegedienstes angewiesen sind.
Mit dem Übergang zum Diakonischen Werk Oderland-Spree beginnt nun eine Phase der Neuordnung und Weiterentwicklung. Geplant sind Investitionen in die Organisation, die Gewinnung von Fachkräften sowie die Modernisierung von Arbeitsabläufen. Gleichzeitig soll das Profil als verlässlicher und nahbarer Pflegeanbieter weiter gestärkt werden.
Bei den Mitarbeitenden wurde die Nachricht überwiegend positiv aufgenommen. Viele hatten während des Insolvenzverfahrens um ihre berufliche Zukunft gebangt. Auch Angehörige von Pflegebedürftigen äußerten Erleichterung darüber, dass vertraute Pflegekräfte weiterhin im Einsatz bleiben und die Versorgung ohne größere Unterbrechungen fortgesetzt werden kann.
Die Übernahme zeigt, dass selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten tragfähige Lösungen für Pflegeeinrichtungen gefunden werden können. Die Übernahme gilt als bemerkenswertes Signal in einer Branche, die bundesweit unter Druck steht. Während vielerorts Personal
abgebaut oder Einrichtungen geschlossen werden müssen, gelingt es hier, wertvolle Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig die ambulante Pflege in der Region zu stärken. Für die Betroffenen bedeutet sie vor allem eines: mehr Planungssicherheit und die Aussicht auf eine stabile Zukunft.
Die Pflegekette im Diakonischen Werk Oderland-Spree e.V. – besteht nun aus sechs Sozialstationen und acht teilstationären Pflegeeinrichtungen (Tagespflegen) sowie dem Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL und erstreckt sich über die Landkreise Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Dahme-Spreewald. Neben der Pflegekette gibt es im Diakonischen Werk Oderland-Spree einen Bereich Jugendhilfe und Beratung, zu dem verschiedene Angebote der ambulanten, teilstationären und stationären Jugendhilfe, sowie verschiedene Beratungsstellen, wie Sucht-, Schuldner-, Familien- und Erziehungsberatung gehören und ein Bereich Migration. Mit der Integration der Station der Diakonie Storkow wächst das Werk somit auf über 450 Mitarbeitende und über 150 Ehrenamtliche.
Foto: MOZ