Leitbild und DGK

 

 DGK

Leitbild des Diakonischen Werkes Oderland - Spree e.V.

Damit das Leitbild unsere praktische Arbeit prägen kann, muss es im Gespräch sein.  Diakonie lebt davon, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit auseinandersetzen. Es soll kein ideologisches Papier sein, sondern einen lebendigen Prozess initiieren und begleiten.

Einführung

Wie tun wir unsere Arbeit? Gemeinsame und uns allen verständliche Werte und Ziele zu haben, soll unsere Arbeit nach innen und außen prägen.

So beschreiben wir, wie unser Verein und die durch ihn geleistete Arbeit ist, und mehr noch, wie sie sein soll. Damit so verstanden Diakonie schon morgen Wirklichkeit werden kann. Dies hängt trotz aller Grenzen, von unserer Bereitschaft und unserem Mut ab, unsere Arbeit gemeinsam mit Leben und Sinn zu erfüllen.

1. Wir orientieren unser Handeln am christlichen Menschbild

Wir nehmen jeden einzelnen Menschen so an, wie er ist. Wir wissen das Not, Leid und Schwäche ein Teil jeden Lebens sind. Ebenso wie Glück, Freude und Liebe. Wir wenden uns nicht ab von diesen Seiten des Lebens, sondern leiden und freuen uns mit.

Viele handeln so, weil Sie an Gott glauben. Viele behandeln andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Aus dieser Hoffnung handeln wir, auch in den Krisen, die uns mitten im Leben begegnen.

Unsere Haltung zeigen wir durch unsere tägliche Arbeit. Es zeigt sich in der Art, wie wir das tun, was wir tun. Wir wissen, dass wir dabei vieles geben und auch von anderen vieles empfangen. Christen bekennen die Auferstehungshoffnung obgleich sie wissen wie zerbrechlich und mangelhaft ihr Leben ist.

Unsere Arbeit zeigt uns auch, wie gefährdet und endlich unser aller Leben ist. Wir hoffen dass Gottes Nähe und die Nähe lieber Menschen uns aufrichtet, wenn wir am Ende unseres eigenen Lebens sind.

Dabei sind wir uns bewusst, dass unsere Arbeit immer mitgetragen und mitgestaltet wurde von Frauen und Männern, die nicht den christlichen Glauben, wohl aber den Respekt und die uneingeschränkte Achtung vor dem anderen Menschen geteilt haben bzw. teilen. Sie gehören wesentlich zu uns, auch um mit ihren jeweils wichtigen Gaben und Fähigkeiten an den gemeinsamen Aufgaben mitzuarbeiten und die Arbeit der einzelnen Einrichtungen durch ihr Handeln und Denken weiter zu bereichern.

2. Wir achten die Würde jedes Menschen

Die Bibel nennt den Menschen, Mann und Frau, das „Ebenbild Gottes“. Gott will und liebt jeden Menschen, unabhängig davon, was er ist und was er kann. Er nimmt ihn an – auch und gerade im Scheitern und in Schuld. Wir versuchen besonders für die Menschen einzutreten, deren Würde missachtet wurde oder wird.

Gott traut uns zu, solidarisch zu handeln, das Recht der Schwachen und Fremden zu achten und zu versuchen, jedem Gerechtigkeit zukommen zu lassen.

In unserer diakonischen Arbeit fragen wir nicht nur nach dem, was der Mensch braucht, sondern auch nach dem, was er will. Menschen können zwar würdelos handeln, aber dennoch ihre Würde nicht verlieren.

Zur Würde des Menschen gehört das Wissen, dass Anfang, Mitte und Ende des Lebens nicht in unserer Hand liegen.

Das Wissen um historische Fehler und Schuld auch aus unserer Vergangenheit, schärft unsere Sensibilität und unser Fragen nach der sozialen Gerechtigkeit.

3. Wir leisten Hilfe und verschaffen Gehör

Wir begleiten und beraten Menschen in allen Lebenslagen. Wir pflegen und heilen, trösten, stärken und fördern sie und bilden sie aus. Zugleich versuchen wir unsere Stimme für diejenigen zu erheben, die nicht gehört werden. Gemeinsam mit anderen treten wir für eine chancengerechte Gesellschaft und eine konsequente Orientierung am Gemeinwohl ein. Gerade in Zeiten des Umbruchs halten wir an der Verheißung von Frieden und Gerechtigkeit fest.

Als Gebende sind wir auch Empfangende. Als Helfer sind wir zugleich Hilfsbedürftige. Im gegenseitigen Geben und Nehmen erleben wir Nähe und entdecken, dass wir daran wachsen können. Wir verstehen helfende Beziehungen umfassend als Für-, Vor- und Nachsorge. Dabei geht es uns sowohl um den Menschen in seiner persönlichen Situation als auch in seinen sozialen Verhältnissen. Deshalb ist die Integration Ausgegrenzter, Armer und Schwacher in die Gesellschaft – insbesondere die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unser Anliegen.

Die Teilhabe aller am Leben in der Gemeinschaft ist unser Ziel.

 

4. Wir versuchen uns unserer Tradition bewusst zu bleiben

Wir begegnen neuen Herausforderungen kreativ und innovativ. In langer Tradition haben wir vielfältige Hilfeformen diakonischer Arbeit entwickelt und haben damit auch Sozialgeschichte gestaltet. Diese Erfahrungen nutzen wir, um in einer sich verändernden Welt zu helfen.

Diakonie hat ihre Wurzeln im Glauben Israels und der frühen Christenheit. Seither haben sich Formen diakonischen Handelns über das Mittelalter und die Reformation hinaus erhalten und weiterentwickelt. Nur wer sich seiner historischen Wurzeln bewusst ist und bleibt, kann seine Zukunft gestalten.

Christen haben immer wieder die Not ihrer Mitmenschen gesehen und sich mit anderen zusammengeschlossen, um diese Not zu lindern. Diakonie ist deshalb von je her verknüpft mit der Sozialgeschichte vor Ort und den Initiativen einzelner Persönlichkeiten.

Der Kirchentag in Wittenberg 1848 war Auslöser, diese Initiativen in einem Dachverband der Inneren Mission zusammen zu fassen. Diese Tradition kann uns ermutigen.

5. Wir sind eine Dienstgemeinschaft ...

... von Frauen und Männern im Haupt- und Ehrenamt

Wir unterstützen uns in unserer täglichen Arbeit. Ehrlich miteinander, mit den von uns Betreuten und mit den uns finanzierenden Kostenträgern umzugehen – ist uns täglicher Anspruch. Durch gegenseitige Information schaffen wir Vertrauen und Transparenz. Wir fördern Eigeninitiative und fachliche Kompetenz. Konflikte und Kritik nutzen wir als Chance, um unsere Arbeit zu verbessern. Durch Aus-, Fort- und Weiterbildung sichern wir Professionalität. Angebote der Sinngebung und –suche, nutzen wir, um voneinander zu lernen und vom Glauben zu zeugen.

Wir praktizieren und fördern die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Als Arbeitgeber versuchen wir, den Rahmen in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre individuellen Begabungen und fachliche Fähigkeiten entfalten, zu erhalten und zu entwickeln.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen mit sehr verschiedenen Biographien und Erfahrungen zu unserem Verein. In unserer Dienstgemeinschaft lassen wir unterschiedliche Meinungen gelten.

Gegenseitiger Respekt soll unsere Zusammenarbeit prägen. Wir versuchen, fachlich qualifiziert, ökonomisch verantwortlich und ökologisch orientiert zu handeln.

6. Wir sind dort, wo uns Menschen brauchen

Als von den Kirchgemeinden getragener Verein, fühlen wir uns dem Auftrag der evangelischen Kirchen verpflichtet. Mit unserer Arbeit möchten wir etwas von der Menschenfreundlichkeit Gottes abbilden. Als freier Wohlfahrtsverband sind wir Teil des Sozialsystems. In kritischer Partnerschaft versuchen wir den Sozialstaat mitzugestalten.

Diakonie hat Organisationsstrukturen auf Orts-, Landes- und Bundesebene. Durch unsere Arbeit, Dienste und Einrichtungen sind wir vielen Menschen sehr nah. Unterschiedliche Selbsthilfegruppen und Initiativen finden bei uns ihren Raum.

7. Wir träumen von einer gerechten Welt

Gerechtigkeit für die Armen, Bewahrung des Friedens und der Schöpfung sind Grundlagen für eine gemeinsame Welt.

Wir begreifen die europäische Einigung als Chance und Herausforderung, Versöhnung zu leben. Im eigenen Land haben wir Deutsche nach dem zweiten Weltkrieg auf vielfältige Weise aus anderen Ländern und Kirchen Hilfe erfahren.

Wir fördern Strukturen, die Menschen zur Selbsthilfe befähigen.

Stark für Andere soll deshalb unser Motto und Anspruch sein.

 


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