Clearing im Landkreis LOS

Jugendhilfeeinrichtung für unbegleitete Flüchtlingskinder

ALMA

Clearingstelle für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

Die Clearingstelle im Jugendprojekt ALREJU bestand bereits seit 1999 mit 9 Plätzen.

Da der Bedarf an Clearingplätzen 2015 sprunghaft anstieg, wurde die Clearingstelle auf 25 Plätze erweitert und ausgelagert.

Die Clearingstelle ALMA wurde am 01.12.2015 an einem neuen Standort eröffnet.

Sie ist eine  Einrichtung für junge Flüchtlingskinder unter 18 Jahren, die ohne Eltern aus ihrem Heimatland geflohen sind. Hier erfolgt eine erste Abklärung ihrer augenblicklichen Situation und ihres zukünftigen Aufenthalts in Deutschland. 
Die Kinder und Jugendlichen haben oft eine gefahrvolle und traumatisierende Flucht hinter sich, bevor sie in Brandenburg ankommen. Über das Land werden die Flüchtlingskinder und Jugendliche den Landkreisen zugewiesen, die für die  Jugendlichen durch gesetzliche Regelungen zuständig sind.

Motive zur Flucht aus ihren Heimatländern  sind  Kriege,  Bürgerkriege, Angst vor Terror und Folter, lebensbedrohliche  Situationen, oder  Zerstörung von Lebensräumen, Angst  vor ethnische Säuberungen.

Wir kümmern uns um das seelische Befinden der oft sehr entwurzelten Kinder. Der Verlust der Familie, belastendende Erlebnisse auf dem Fluchtweg, fehlende Sprachkenntnisse und eine neue kulturelle Umgebung verunsichern und destabilisieren die Jugendlichen. Durch gezielte vertrauensbildende Maßnahmen und persönliche Begleitung führen wir sie ein Stück auf ihrem Weg, in eine neue Zukunft.

Kontakt

Diakonisches Werk Oderland-Spree e.V.

Clearingstelle ALMA                                                  

Giovanna Tschentscher

Heimleitung

Julius-Pintsch-Ring 3

15517 Fürstenwalde

 

Tel.:   (03361) 693825-0

FAX: (03361) 693825-22

E-Mail: alma...@diakonie-ols.de                                                       

                                                TEAM ALMA

               Team ALMA

Rechtliche Grundlagen

Die Inobhutnahme der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMA) erfolgt im Rahmen des

  • § 42 SGB VIII Inobhutnahme
  • § 27 SGB VIII i. V. mit § 34 Heimerziehung
  • § 41 SGB VIII Hilfe für Junge Volljährige i.V. § 34 Heimerziehung

 

Aufnahme

Anspruch auf Inobhutnahme in der Clearingstelle haben UMA (unbegleitete, minderjährige Ausländer), die unter 18 Jahre alt sind und in Brandenburg zum ersten Mal aufgegriffen und registriert werden. Das zuständige örtliche Jugendamt setzt sich mit der Clearingstelle ALMA in Verbindung, nach der Prüfung, ob zunächst eine Unterbringung bei Verwandten oder sonstigen, nahe stehenden Personen möglich ist. Es verpflichtet sich dann schriftlich, für die Unterbringungskosten aufzukommen und Krankenbehandlungsscheine bzw. Krankenversicherungskarten für die UMA zu übernehmen. Eine entsprechende Kostenübernahme- und Wiederaufnahmeerklärung muss vorgelegt werden. Hierin wird auch festgehalten, dass sich das Jugendamt nach Abschluss des Clearingverfahrens bemüht, eine geeignete weiterführende Maßnahme zu finden.

Aufgaben des Clearingverfahrens

Während des Clearingverfahrens soll eine differenzierte Abklärung des Kindeswohls erfolgen. Daraus ergibt sich für den Clearingprozess im Wesentlichen:

  • Inobhutnahme
  • Erstunterbringung
  • Erstuntersuchung
  • Ermittlung des Hilfebedarfs
  • Bei Zweifel Alterseinschätzung im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte und Jugendamt
  • Kontaktaufnahme mit Verwandten und Erziehungsberechtigten im In-und Ausland
  • Abklärung der weiteren Unterbringungsform
  • Hilfe bei geplanter Rückkehr oder Weiterwanderung

Kapazität und Ausstattung

Die Einrichtung verfügt über 25 Plätze. Die Jugendlichen sind in  Wohngruppen untergebracht, die sich in 2 Wohnetagen aufteilen. Pro Etage stehen 4 Toiletten und 2 Duschen zu Verfügung.

Eine Ausnahme stellt die Mädchenwohnung dar, die über einen abgeschlossenen Bereich verfügt.

Für 5  Mädchen stehen eine Küche, 1 Dusche und 2 Toiletten zu Verfügung.

Betreuung

Die Mädchenwohnung wird ausschließlich von Erzieherinnen betreut.  Zum pädagogischen Team gehören auch muttersprachliche Betreuer, die den Kindern und Jugendlichen das Ankommen erleichtern und ihnen als Sprach- und Kulturmittler zur Verfügung stehen.

In allen Wohngruppen leben Jugendliche verschiedener Nationalitäten zusammen.

Die Betreuung der Jugendlichen erfolgt unter Beachtung ihrer jeweiligen Religion, ihrer kulturellen Herkunft und deren Tradition.

Sprachunterricht

Für alle Kinder und Jugendlichen erfolgt ein Erstunterricht in der deutschen Sprache.

Desweiteren werden hier deutsche Kultur und Tradition vermittelt. 

Kompetenzen

  • Interkulturelle Kompetenz
  • Pädagogen verschiedener Kulturen und Sprachen
  • Konfliktbewältigung und Meditation
  • Geschlechtsspezifische Arbeit
  • Ausländerrechtliche Begleitung
  • Freizeitarbeit

 

Zusammenarbeit

Bei der Betreuung arbeitet ALMA mit folgenden Behörden und Institutionen eng zusammen:

* Jugendämter

* Gesundheitsamt/Fachärzte/PIA

* Ausländerbehörde

* Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

* Polizei

* Amtsgericht